Intimität, Sexualität und Solidarität in der COVID-19-Pandemie

Forschungsprojekt (03/2020-09/2021)

Um besser zu verstehen, wie sich soziale Beziehungen durch die Pandemie verändern und welche psychosozialen Auswirkungen die COVID-19-Krise auf die Bevölkerung hat, erforscht die Studie, wie Menschen mit den Ausgangsbeschränkungen umgehen und wie sich diese auf Freundschaften, familiäre und berufliche Beziehungen, Liebesbeziehungen, Dating und sexuelles Verhalten auswirken. Außerdem erhebt die Studie die aktuellen Lebensumstände, soziale Isolation und Einsamkeit, psychosoziale Unterstützungsleistungen, Solidarität, Sorgen und Zusammenhalt. Aktuell findet eine Folgeerhebung in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt, finanziell unterstützt von der Wissenschaftsförderung der MA7 Stadt Wien Kultur.

Eine Teilnahme an der Onlinebefragung ist bis 10.12.2020 möglich.

Zeichnerin: Kader


Von 1.-30. April 2020 wurde bereits eine umfassende Ersterhebung zu Intimität und Distanzierung in der COVID-19-Pandemie an der Schnittstelle von Soziologie, Psychologie und Sexualwissenschaft in Österreich und Deutschland durchgeführt. Die von mir geleitete und eigenfinanzierte Pilotstudie wurde in Kooperation mit dem Kinsey Institute der Indiana University, Bloomington, US, mit Unterstützung von Mitarbeiter*innen des Instituts für Statistik der Sigmund Freud Universität Wien umgesetzt.

Die Datenerhebung der Pilotstudie ist seit 1.5.2020 abgeschlossen. Insgesamt haben sich über 8100 Personen aus Österreich und Deutschland an der Befragung beteiligt. Rund 4900 Personen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Eine so umfassende Datengrundlage zu sozialen Beziehungen und Intimität in der Pandemie ist im internationalen Vergleich selten. Ende Mai habe ich erste Ergebnisse bei meinem Vortrag "Intimacy and Social Connection in the Time of Physical Distancing" im Rahmen der internationalen Konferenz The Psychology of Global Crises: State Surveillance, Solidarity and Everyday Life vorgestellt. Weitere Ergebnisse habe ich beim Symposium Leben mit Corona am 30.6. am Institut für Höhere Studien in Wien präsentiert.

Den Bericht mit Zwischenergebnissen der Pilotstudie 2020 finden Sie hier:

"Intimität und soziale Beziehungen in der Zeit physischer Distanzierung"

Eine Broschüre mit Informationen zum Schutz der Privatsphäre bei sexuellen Onlineaktivitäten gibt es hier zum Download:

"Safe(r) Cyber Sex Guide 2020"

Besonderer Dank für ihre Unterstützung der Studie gilt Ass.-Prof. Dr. Nora Ruck, Fachbereich Sozialpsychologie und Vizedekanin für Forschung an der Sigmund Freud Universität Wien. Unterstützt wurde die Auswertung zu Beginn von Anastasiya Bunina, Mitarbeiterin am Institut für Statistik der Sigmund Freud Universität. Seit Mai arbeiten drei Mitarbeiterinnen, Emelie Rack, Sophie König und Anna Diem, an der Auswertung mit. Mein Dank gilt außerdem David Seistock vom Institut für Statistik für seine Unterstützung bei der Organisation der Onlinebefragung.

Kontakt für Rückfragen zur Studie:
barbara.rothmueller@sfu.ac.at.

Updates finden Sie auf Twitter und in der Pressesammlung zur Studie.


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Psychologisierung und Politisierung von Ungleichheiten

Seit Herbst 2019 forsche ich als Post Doc zur Entwicklung feministischer Psychologie(n) im Rahmen des FWF-Projektes The Psychological is Political (2018-2021) an der Sigmund Freud Universität Wien. In dem Projekt erforschen wir, wie im Zuge der zweiten Frauenbewegung die psychologischen Dimensionen von Geschlechterungleichheiten thematisiert und emanzipatorische Praktiken psychologischer (Selbst-)Hilfe entwickelt wurden. Die entstehenden psychologischen Beratungsangebote politisierten individuell erfahrene Diskriminierung, psychologisierten aber umgekehrt auch strukturelle Ungleichheiten. Gemeinsam mit Nora Ruck, Vera Luckgei, Nina Franke und Emelie Rack arbeiten wir diese Widersprüche im Kontext des sich entwickelnden Feldes psychologischer und psychotherapeutischer Angebote für unterschiedliche Gruppen von Frauen* in Wien auf.

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Bildungspolitik und Bildungsungleichheiten

Ein weiterer meiner wissenschaftlichen Schwerpunkte liegt auf der Erforschung von Bildungsungleichheiten, die in Österreich stark ausgeprägt und soziologisch unzureichend erforscht sind. Warum das so ist und wer sich in der COVID-19-Pandemie Sorgen um eine Bildungskrise macht, habe ich beim Symposium "Kinderarmut und Bildung" der Volkshilfe erklärt. Die mit über 700 Teilnehmer*innen sehr gut besuchte und hybrid aufbereitete Veranstaltung kann hier nachgesehen werden. Zum Thema Kinderarmut und Bildungsungleichheiten habe ich im Frühjahr 2020 auch einen Artikel mit Philipp Schnell publiziert. 2021 wird außerdem ein praxistheoretischer Beitrag zum kleinbürgerlichen Aufstiegshabitus und Abstiegsängsten in der Mittelschicht im Sammelband "Die Mittelschicht unter Druck. Dynamiken in der österreichischen Mitte" erscheinen, der von Laura Wiesböck und Roland Verwiebe herausgegeben wird.

Um Bildungsungleichheiten in der pädagogischen Praxis gegenzusteuern, braucht es u.a. mehr Wissen und Verständnis der benachteiligenden Prozesse in der Schule. Im Jänner 2020 habe ich eine Fortbildung
zu sozialer Gerechtigkeit und Klassismus angeboten; eine zweitägige Fortbildung für Pädagog*innen zu Klassismus und Bildungsungleichheiten wird im April 2021 am Institut für Freizeitpädagogik stattfinden.
Wer sich für die theoretischen Grundlagen einer klassismussensiblen Pädagogik interessiert, kann Grundlagen zur Praxistheorie Pierre Bourdieus in meinem Vortrag "40 Jahre 'Die Feinen Unterschiede' von Pierre Bourdieu" nachhören, den ich im Berliner Club about blank gehalten habe.

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Kontakt
barbara.rothmueller@sfu.ac.at

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