Foto: Fabian Weiss / Der Spiegel


Spiegel-Gespräch über die Folgen der Kontaktsperren für Sex und Partnerschaft. DER SPIEGEL
Nr. 24/2020, 6.6.2020, S.104-106.


Liebe, Intimität und Sexualität in Zeiten von Corona

Von 1.-30. April 2020 wurde eine umfassende Befragung zu Intimität und Distanzierung in der COVID-19-Pandemie an der Schnittstelle von Soziologie, Psychologie und Sexualwissenschaft in Österreich und Deutschland durchgeführt. Um besser zu verstehen, wie sich soziale Beziehungen durch die Pandemie verändern und welche psychosozialen Auswirkungen die COVID-19-Krise auf die Bevölkerung hat, erforscht die Studie, wie Menschen mit den Ausgangsbeschränkungen umgehen und wie sich diese auf Freundschaften, familiäre und berufliche Beziehungen, Liebesbeziehungen, Dating und sexuelles Verhalten auswirken. Außerdem erhebt die Studie die aktuellen Lebensumstände, soziale Isolation und Einsamkeit, psychosoziale Unterstützungsleistungen, Solidarität, Sorgen und Zusammenhalt in der österreichischen und deutschen Bevölkerung.

Den Bericht mit Zwischenergebnissen vom 15.6.2020 finden Sie hier:

"Intimität und soziale Beziehungen in der Zeit physischer Distanzierung"

Die von mir geleitete und eigenfinanzierte Studie wurde im März mit Unterstützung von Mitarbeiter*innen des Instituts für Statistik der Sigmund Freud Universität Wien in Kooperation mit dem Kinsey Institute der Indiana University, Bloomington, US, umgesetzt. Besonderer Dank für ihre Unterstützung der Studie gilt Ass.-Prof. Dr. Nora Ruck, Fachbereich Sozialpsychologie und Vizedekanin für Forschung an der Sigmund Freud Universität Wien.

Die Datenerhebung der 1. Befragungswelle ist seit 1.5.2020 abgeschlossen. Insgesamt haben sich über 8000 Personen aus Österreich und Deutschland an der Befragung beteiligt. Rund 4900 Personen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Eine so umfassende Datengrundlage zu sozialen Beziehungen und Intimität in der Pandemie ist im internationalen Vergleich selten. Ende Mai habe ich erste Ergebnisse bei meinem Vortrag "Intimacy and Social Connection in the Time of Physical Distancing" im Rahmen der internationalen Konferenz The Psychology of Global Crises: State Surveillance, Solidarity and Everyday Life vorgestellt. Weitere Ergebnisse habe ich beim Symposium Leben mit Corona am 30.6. am Institut für Höhere Studien in Wien präsentiert.

Unterstützt wurde die Auswertung zu Beginn von Anastasiya Bunina, Mitarbeiterin am Institut für Statistik der Sigmund Freud Universität. Seit Mai arbeiten drei Forschungspraktikantinnen, Emelie Rack, Sophie König
und Anna Diem
, an der Auswertung mit. Mein Dank gilt außerdem David Seistock vom Institut für Statistik für seine Unterstützung bei der Organisation der Onlinebefragung.

Kontakt für Rückfragen zur Studie "Liebe, Intimität und Sexualität in der COVID-19-Pandemie":
barbara.rothmueller@sfu.ac.at.

Updates finden Sie auf Twitter und in der Pressesammlung zur Studie.



Frühstart Corona Spezial, NTV & RTL.de, 6.6.2020
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Psychologisierung und Politisierung von Ungleichheiten

Seit Herbst 2019 forsche ich als Post Doc zur Entwicklung feministischer Psychologie(n) im Rahmen des FWF-Projektes The Psychological is Political (2018-2021) an der Sigmund Freud Universität Wien. In dem Projekt erforschen wir, wie im Zuge der zweiten Frauenbewegung die psychologischen Dimensionen von Geschlechterungleichheiten thematisiert und emanzipatorische Praktiken psychologischer (Selbst-)Hilfe entwickelt wurden. Die entstehenden psychologischen Beratungsangebote politisierten individuell erfahrene Diskriminierung, psychologisierten aber umgekehrt auch strukturelle Ungleichheiten. Gemeinsam mit Nora Ruck, Vera Luckgei und Nina Franke arbeiten wir diese Widersprüche im Kontext des sich entwickelnden Feldes psychologischer und psychotherapeutischer Angebote für unterschiedliche Gruppen von Frauen* in Wien auf.

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Soziale Klassen, Politik und Bildung

Ein weiterer meiner wissenschaftlichen Schwerpunkte liegt auf der Erforschung von gegenwärtigen Klassenverhältnissen und Bildungsungleichheiten. Zurzeit schreibe ich einen Beitrag zum Habitus der österreichischen Mittelschicht und sozialem Aufstieg als "signature fantasy" der Mitte sowie einen Artikel zu Bildung, Klassismus und Armut. Im Jänner 2020 habe ich eine Fortbildung zu sozialer Gerechtigkeit und Klassismus angeboten.

Im Frühjahr 2019 durfte ich meine wissenschaftliche Arbeit zu sozialen Klassen, Politik und Bildung bei zwei interessanten Veranstaltungen präsentieren: Am 27.6. habe ich Grundlagen der Bourdieuschen politischen Soziologie einem interessierten Publikum an der Arbeiterkammer Wien bei einem Workshop und als Teilnehmerin eines Podiumsgesprächs vermittelt. Zu meinem Vortrag "40 Jahre 'Die Feinen Unterschiede' von Pierre Bourdieu", den ich im Mai 2019 in Berlin hielt, ist ein sehr guter Artikel in der Wochenendbeilage von Neues Deutschland erschienen:

"HC Strache: Schmerbauch im Schlabbershirt. Das Strache-Video im Licht von Pierre Bourdieus Soziologie des Unwillkürlichen."


40 Jahre nach seinem Hauptwerk »Die feinen Unterschiede« rollt mal wieder eine Pierre-Bourdieu-Welle durch die Lande. Zu recht, denn gerade heute kann uns dieses viel sagen – sogar über das Ibiza-Video mit FPÖ-Mann Strache.

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Kontakt
barbara.rothmueller@sfu.ac.at

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